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Philosophie ist eine Lebenseinstellung

Philosophie gehört zu den Geisteswissenschaften. Ob sie jedoch als Wissenschaft betrachtet werden kann und sollte, ist umstritten. Denn obwohl sie an Universitäten, wie hier in Hildesheim, gelehrt wird,  unterscheidet sie sich in ihren methodischen Herangehensweisen und dem Themenumfang deutlich von anderen Wissenschaftsdisziplinen. Dabei sind alle Wissenschaften (ausgenommen Medizin, Theologie und Jura) der Philosophie entsprungen, weshalb sie auch als ,,Mutter der Wissenschaften gilt.

Philosophieren heißt nicht nur nachdenken über den Sinn des Lebens, auch, aber nicht ausschließlich. Vielmehr kann sich eine philosophische Frage mit allem befassen, was uns Menschen betrifft. Im Grunde hat jeder schon einmal philosophiert, sofern er etwas in seinem Leben hinterfragt hat.

Man kann also sagen, dass man sich in der Philosophie existenziellen Fragen widmet. Auf diese kann es keine fertigen und richtigen Antworten geben. Bei dem Versuch solche Fragen zu beantworten, bedient sich ein Philosoph seines Verstandes. Er bemüht sich also auf rationalem Wege sein Verständnis der Welt und seiner selbst zu vertiefen.

Konkreter gefasst, beschäftigt sich die Philosophie mit dem Menschen und seinem Sein, der Welt, dem ,,richtigen” Denken (Logik) und Handeln (Ethik), gesellschaftlichen Verhältnissen, Religion und Wissenschaft. 

Im Hinblick auf die Fragestellung ,,Was ist überhaupt Philosophie?“ ist wichtig zu wissen, dass es keine allgemein gültige Definition von Philosophie gibt. Jeder, der philosophiert, entwickelt sein eigenes Verständnis.

Das Wort Philosophie leitet sich her von den altgriechischen Wörtern philos und sophia. Philos ist der griechische Name für Freund, während sophia das Wissen bezeichnet. Der Begriff philosophos wurde gebildet in Abgrenzung zum sophos, d. h. zum Wissenden, der bean- sprucht, im Besitz der Wahrheit zu sein. Dagegen versteht sich der philo-sophos als ein Freund des Wissens, d. h. als jemand, der sich um Erkenntnis bemüht. Er strebt nach Wissen, aber beansprucht, nicht endgültiges und vollständiges Wissen zu besitzen. Das Suchen nach Wahrheit, nicht der Besitz der Wahrheit kennzeichnet den Philosophen. Philosophieren heißt auf dem Wege sein. Fragen sind in der Philosophie wichtiger als Antworten.

Philosophieren bedeutet: Liebe die Weisheit!

Als „Liebe zur Weisheit“ - das bedeutet die wörtliche Übersetzung des griechischen Wortes „philosophia“ - geht es der Philosophie weder um das alltägliche Kleinklein noch um die Detailversessenheit anderer Wissenschaften, sondern um Grundsätzliches: Sie stellt sich grundlegenden Fragen und beantwortet diese ebenso grundlegend.

Insofern ist die Philosophie als Grundlagenwissenschaft die Basis aller Wissenschaften und aller Lebenspraxis, auch wenn der Laie das vielen philosophischen Texten - zumeist aufgrund von sprachlichen Verstehensschwierigkeiten - gar nicht anmerkt.

Alle Menschen streben von Natur aus nach Wissen.“ Mit diesem Satz beginnt die br+hmte „Metaphysik“, eines der Hauptwerke des griechischen Philosophen Aristoteles (384-322 v. Chr.). Wissbegier ist für den Schüler Platons eine natürliche Antriebskraft des Menschen. Wenn man politische Debatten verfolgt, kann man daran nicht selten berechtigte Zweifel haben:

Ein Beispiel aus dem vergangenen Jahrzehnt, das immer noch nachhallt und derzeit wiederauflebt: Die Zuwanderung Hunderttausender Menschen aus Krisen- und Kriegsländern hat zu einem Erstarken rechter Parteien und einem ideologisch aufgeladenen Block-Denken geführt: links gegen rechts, liberal gegen konservativ, offene Grenzen gegen Abschottung, „Wir schaffen das“ gegen „Das Boot ist voll“.

Die Wahlerfolge der Rechtspopulisten in Deutschland und anderen Ländern Europas haben auch damit zu tun, dass viele Menschen sich vor Veränderungen fürchten und der Illusion hingeben, alles könne so weitergehen wie bisher. Viele bevorzugen es, quasi bevormundet zu werden und lieber dort zu verbleiben, wo sie sich sicher fühlen als sich der Ungewissheit und dem Wagnis eigenen Nachdenkens und gesellschatlicher Veränderung zu stellen. 

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